Elternbeirat: Aufgaben, Rechte und Wahl
Drei verschiedene Gremien heißen so, und das ist der Grund für die meisten Missverständnisse. Was der Elternbeirat der Schule tatsächlich darf, wie er gewählt wird und wo seine Grenzen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Elternbeirat ist in mehreren Ländern ein Organ der Schule, nicht eine private Gruppe engagierter Eltern.
- Er wirkt beratend an allem mit, was für die Schule von Bedeutung ist. Entscheiden kann er nicht.
- Je nach Schulgröße hat er fünf bis zwölf Mitglieder, gewählt von allen Erziehungsberechtigten der Schule.
- Er hat kein eigenes Vermögen. Wer Geld einsammeln und ausgeben will, braucht dafür einen anderen Rahmen.
Drei Gremien, ein Name
„Elternbeirat" ist einer der verwirrendsten Begriffe im Schulwesen, weil damit drei verschiedene Dinge gemeint sein können. Wer sucht, landet regelmäßig bei der falschen Ebene und wundert sich, warum nichts passt.
| Gemeint ist | Ebene | Wo es so heißt |
|---|---|---|
| Das Gremium der Schule | ganze Schule | Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und andere. In NRW heißt dieselbe Ebene Schulpflegschaft |
| Das Gremium der Kita | Kindertagesstätte | bundesweit verbreitet, eigene Rechtsgrundlage je Land |
| Das Amt in der Klasse | eine Klasse | umgangssprachlich, gemeint ist die Elternvertretung der Klasse |
Diese Seite beschreibt das Gremium der Schule. Für die Kita gibt es eine eigene Seite, weil dort andere Regeln gelten: Elternbeirat in der Kita. Und wenn ihr das Amt in eurer Klasse meint, steht es unter Elternvertreter und Klassenpflegschaft.
Faustregel: Betrifft es eine Klasse, ist es die Klassenpflegschaft. Betrifft es die Schule, ist es der Elternbeirat oder die Schulpflegschaft. Der Name wechselt mit dem Bundesland, die Ebene nicht.
Die Aufgaben
Der Elternbeirat ist in Bayern ausdrücklich ein Organ der Schule, keine private Initiative. Daraus folgt sein Auftrag: Er wirkt an allen Angelegenheiten beratend mit, die für die Schule von Bedeutung sind.
Vermitteln und vertiefen
Das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und Elternschaft vertiefen. Klingt nach Präambel, ist aber die eigentliche Arbeit: In Konflikten zwischen Schule und Eltern ist der Beirat oft die einzige Stelle, die beide Seiten hört.
Interessen wahrnehmen
Die Interessen der Eltern für Bildung und Erziehung gegenüber der Schule vertreten, Wünsche und Anregungen aufnehmen und beraten.
Informieren
Informationsveranstaltungen zu Erziehungs- und Bildungsfragen anbieten. Der Teil, der am häufigsten liegen bleibt, und der mit der größten Wirkung.
Mitgestalten
Schulleben, Feste, Projekte, Hausordnung, Schulentwicklung. Überall dort, wo Eltern etwas beitragen können, ohne in den Unterricht hineinzureden.
Rechte und Grenzen
Der Elternbeirat berät, er entscheidet nicht. Das ist die wichtigste Grenze und gleichzeitig der häufigste Grund für Enttäuschung im Amt.
- Anhörung und Beratung bei allem, was für die Schule Bedeutung hat
- Information durch die Schulleitung über geplante Vorhaben
- Eigene Veranstaltungen und eigene Themen auf der Tagesordnung
- Bei bestimmten Vorhaben Einvernehmen, je nach Landesrecht
Nicht dazu gehören: Entscheidungen über Unterricht, Personal oder einzelne Schülerinnen und Schüler. Alles, was ein einzelnes Kind betrifft, ist Sache der Eltern dieses Kindes und nicht des Gremiums.
Ein Beirat, der früh gefragt wird, verändert mehr als einer mit Stimmrecht, der zu spät kommt. Deshalb ist die wichtigste Frage an die Schulleitung immer dieselbe: Wann steht das an, und wann hört ihr uns?
Zusammensetzung und Wahl
Gewählt wird von allen Erziehungsberechtigten der Schule, meist zu Beginn des Schuljahres und für ein oder zwei Jahre.
-
Größe
Fünf bis zwölf Mitglieder
Die Zahl richtet sich nach der Schülerzahl. In Bayern steht sie in Art. 66 Abs. 1 BayEUG, andere Länder regeln es entsprechend.
-
wählbar
Alle Erziehungsberechtigten der Schule
Ein Klassenamt ist keine Voraussetzung. Mehrere Kinder an der Schule geben nicht mehrere Stimmen.
-
danach
Vorsitz aus der Mitte
Das Gremium wählt seinen Vorsitz selbst. Diese Person ist die Ansprechpartnerin der Schulleitung und sitzt in weiteren Gremien.
-
unterbesetzt
Es geht trotzdem weiter
Finden sich weniger Kandidaten als Plätze, arbeitet das Gremium in kleinerer Besetzung. Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Der Elternbeirat und das Geld
Der Punkt, an dem es in der Praxis regelmäßig unsauber wird. Als Organ der Schule hat der Elternbeirat kein eigenes Vermögen und keine Rechtsform. Er kann kein Konto führen, keine Verträge schließen und keine Beiträge erheben.
Trotzdem sammeln Elternbeiräte Geld ein: für das Sommerfest, für Geschenke, für Anschaffungen. Rechtlich hält dieses Geld dann eine Person, nicht das Gremium. Wer es hält, haftet dafür.
Über einen Förderverein
Eigene Rechtsform, eigenes Konto, Satzung, Kassenprüfung. Der einzige Rahmen, in dem größere Beträge dauerhaft sauber liegen. Wie man einen gründet.
Auf einem Privatkonto
Verbreitet und riskant: Das Geld gehört formal der Person, es fällt in deren Insolvenz und deren Erbe, und beim Wechsel muss alles neu aufgesetzt werden. Die Alternativen im Vergleich.
Für die Klassenebene
Was für den Beirat gilt, gilt für die Klasse genauso: Geld, das mehreren gehört, braucht eine Abrechnung, die alle einsehen können. Klimpo führt die Klassenkasse so, dass jede Familie ihren eigenen Stand sieht und am Schuljahresende ein Kassenbericht fertig dasteht, den man vorlegen kann.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Elternbeirat und Klassenpflegschaft?
Die Ebene. Die Klassenpflegschaft ist die Versammlung der Eltern einer Klasse. Der Elternbeirat ist das Gremium der ganzen Schule, in dem die Klassen zusammenkommen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Länder verschiedene Namen verwenden. In Nordrhein-Westfalen heißt das Schulgremium Schulpflegschaft, in Bayern Elternbeirat. Gemeint ist dieselbe Ebene.
Was darf der Elternbeirat entscheiden?
Nichts allein. Er wirkt beratend mit an allem, was für die Schule von Bedeutung ist, und bei bestimmten Vorhaben ist sein Einvernehmen nötig. Die Entscheidung trifft die Schulleitung oder die Schulkonferenz.
Das klingt schwach und ist es nicht: Ein Gremium, das rechtzeitig gehört wird, verändert Vorhaben regelmäßig, bevor sie beschlossen werden. Wirkung entsteht durch Frühzeitigkeit, nicht durch Stimmrecht.
Wer darf in den Elternbeirat gewählt werden?
Alle Erziehungsberechtigten, die ein Kind an dieser Schule haben. Ein Amt in der Klasse ist keine Voraussetzung, und mehrere Kinder an der Schule geben keine mehreren Stimmen.
Ob Lehrkräfte der eigenen Schule kandidieren dürfen, regeln die Länder unterschiedlich. Fragt das vor der Wahl in der Schulleitung.
Wie viele Mitglieder hat ein Elternbeirat?
Je nach Schulgröße mindestens fünf und höchstens zwölf. Die genaue Zahl ergibt sich aus der Schülerzahl, in Bayern nach Art. 66 Abs. 1 BayEUG.
Gibt es mehr Kandidaten als Plätze, wird gewählt. Gibt es weniger, bleibt das Gremium unterbesetzt und arbeitet trotzdem. Letzteres ist der häufigere Fall.
Wer kandidiert, findet unter Als Elternbeirat vorstellen eine Vorlage für Aushang und Elternabend.
Darf der Elternbeirat eine eigene Kasse führen?
Er hat als Organ der Schule kein eigenes Vermögen, und öffentliche Schulen dürfen keine Beiträge erheben. In der Praxis sammeln Elternbeiräte trotzdem Geld ein, für Feste, Geschenke oder Anschaffungen.
Sauber wird das nur über einen anderen Rahmen: einen Förderverein, der Mitglied, Konto und Satzung hat. Wer ohne diesen Rahmen sammelt, macht das privat und haftet privat.
Muss der Elternbeirat Einnahmen versteuern?
Als Gremium ohne eigene Rechtsform kann er weder Konto noch Steuerpflicht haben, die Frage trifft also eigentlich die Person, die das Geld hält. Bei gelegentlichen Festen und Kuchenverkäufen zugunsten der Schule ist das unkritisch.
Anders wird es, wenn regelmäßig Umsätze entstehen. Dann gehört das in einen Verein, schon damit niemand privat dafür geradesteht.
Wie oft tagt der Elternbeirat?
In der Regel zwei- bis viermal im Schuljahr, dazu Anlässe wie Schulfest oder Baumaßnahmen. Die Sitzungen sind nicht öffentlich, und über jede wird eine Niederschrift gefertigt.
Für die Mitglieder gilt dieselbe Verschwiegenheit wie in der Klasse: Alles, was einzelne Personen persönlich betrifft, bleibt im Gremium. Mehr dazu unter Elternvertreter: Aufgaben, Rechte und Grenzen.
Woher die Angaben stammen
- Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Elternbeirat · Rechtliche Stellung und Aufgaben
- Art. 66 BayEUG, Zusammensetzung des Elternbeirats · Mindestens fünf, höchstens zwölf Mitglieder je nach Schulgröße
- Schulgesetze der Länder · Bezeichnung und Zuschnitt unterscheiden sich erheblich
Klimpo ist keine Rechts- und keine Steuerberatung. Bei Streit oder größeren Beträgen fragt die Schulleitung, den Elternbeirat oder eine Beratungsstelle.
Geld, das mehreren gehört
Ob Beirat oder Klasse: Sobald Geld eingesammelt wird, braucht es eine Abrechnung, die jeder einsehen kann. Klimpo führt sie mit, zeigt jeder Familie ihren eigenen Stand und legt am Jahresende den Bericht vor.
- Kostenlos für Klassen, ohne Abo und ohne Werbung
- Kein Bankzugang, keine Zahlungsabwicklung
- Nichts zu installieren, läuft im Browser
So sieht es aus
In der Klassenkasse
412,50 €
Noch offen
40,00 €
2 Familien
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